Realisierung

Bewilligungsverfahren

Die notwendigen Vorabklärungen für die Bewilligungsfähigkeit erfolgten während der Projektausarbeitung bei allen Stellen wie:

  • kantonale Amtsstellen
  • Sicherheit (SUVA, KIGA, Feuerpolizei etc.)
  • Nachbarn, Grundeigentümer (zustimmende Absichtserklärungen liegen vor)

Mit dem Beschluss der Delegiertenversammlung betreffend dem Kreditbegehren zuhanden der Mitgliedsgemeinden wurde vom ARO das Baugesuch für die ARA Oberengadin eingereicht. Mit den Baugesuchsunterlagen wird auch der bereits vorliegende Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) aufgelegt.

Die projektierte Anlage entspricht dem heutigen Stand der Technik und berücksichtigt die lokalen Bedingungen für einen effizienten, flexiblen und nachhaltigen Betrieb. Die Bewilligungsfähigkeit ist aufgrund der vorgängigen Abklärungen bei den Aufsichts- und Kontrollbehörden sowie aufgrund der Zusammenarbeit mit diesen, gegeben. Der Landerwerb vom Bund (armasuisse) wird mit einer Absichtserklärung seitens der armasuisse in Aussicht gestellt.


Vorabklärungen Baugrund

Die Untersuchung der Baugrundverhältnisse erfolgte in zwei Schritten: Von September bis Dezember 2014 wurden auf dem künftigen Areal der ARA Oberengadin sowie entlang des projektierten Zulaufkanals fünf Sondierbohrungen abgeteuft und 13 Baggerschlitze ausgehoben. Aufgrund der Geologie-Heterogenität auf dem künftigen ARA-Areal wurde Anfang Mai 2015 eine zweite Serie von sechs Sondierbohrungen ausgeführt, insbesondere zum Zweck, den Verlauf des tragfähigen Untergrundes besser abschätzen zu können.

Aufgrund der geologischen Untersuchungen ergaben sich folgende Fakten und Massnahmen:

  • felsiger und kiesiger Untergrund mit Lockergesteinen
  • geringes Grundwasservorkommen, Wasserspiegellagen unter Baugrubensohle
  • Nagelwand als Baugrubenabschluss gegen den EWK-Kanal
  • Pfählfundation im Bereich der Aufschüttungen
  • Keine Grundwassermassnahmen

Baustellen-Erschliessung

Gemäss folgendem Installationsplan ist das Baustellen-Logistikkonzept ersichtlich:

  • Neue Zufahrt als Baupiste und Zufahrt ARA Furnatsch ab Kantonsstrasse (Deponie)
  • Umschlag- und Parkplatz auf armasuisse-Gelände oberhalb EKW-Kanal
  • Abgrenzung (Sicherheit) zu armasuisse (Zufahrt, Schiessplatz)
  • Berücksichtigung der Skimarathon-Zieleinlaufstrecke
  • Vorschlag Standorte der Turmdrehkranen

Erschliessung der Baustelle

Arbeitsvergaben und Submissionswesen

Die Ausschreibungen erfolgen nach den Grundsätzen und Richtlinien des öffentlichen Beschaffungswesens im Staatsbereich nach GATT-WTO. Dadurch ergeben sich folgende Rahmenbedingungen:

  • Der Grossteil der Ausschreibungen erfolgt im offenen Verfahren
  • 20 % der Arbeiten können im Rahmen der Bagatellklausel gemäss Binnenmarktgesetz (Kanton GR) erfolgen
  • je nach Auftragssumme freihändig, auf Einladung oder im offenen Verfahren
  • Eignungs-/Zuschlagskriterien erfolgen nach Möglichkeit zugeschnitten auf das Engadin
  • ca. 60% des Investitionsvolumens ist im Engadin abdeckbar, sofern lokale Interessenten vorhanden sind
  • die Arbeitsvergaben erfolgen durch den ARO (Bauherrschaft)

 

Zeitverhältnisse

Das Gesamtterminprogramm ab Kreditsprechung bis zum Abschluss richtet sich nach dem folgenden Etappenplan, der sich nach den Witterungseinflüssen und dem Baufortschritt richtet. Somit muss die Baustelle in den Wintern 2017/18 und 2018/19 eingestellt werden, während in den nachfolgenden Wintern wegen der geschlossenen Gebäudestruktur die Installations- und Ausbauarbeiten ohne Pause erfolgen können. Die wichtigsten Meilensteine sind in der folgenden Grafik erläutert.

Zeitlicher Ablauf des Bauprojektes

Umsetzung mit ARA Furnatsch

Die heutige ARA Furnatsch wird den Bauphasen entsprechend in Etappen zurückgebaut. Der Anlagebetrieb mit den erforderlichen Provisorien muss während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten werden. Für die Realisierung der neuen ARA Oberengadin ist eine Bauzeit von vier bis fünf Jahren vorgesehen. Somit kann mit einer Stilllegung der drei heutigen Anlagen im Jahre 2021 gerechnet werden. Anschliessend kann die Umnutzung oder der Rückbau durch die Verbände erfolgen.

Die Meilensteine für die ARA Furnatsch sind:

  • 2017: Teilrückbau für Provisorium ohne Schlamm, Flüssigtransport zur ARA Staz
  • 2017 bis 2021: Betrieb provisorisch durch ARO als Satellit (Auftrag an AVO)
  • 2021: Stilllegung und Restrückbau, resp. Eindeckung

Projektorganisation und Controlling

Die Organisation setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:

  • Vorstand
  • Betriebsleitung
  • Gesamtplaner IG AO
  • Bauherrenberatung
  • Fachexperten
  • Spezialisten nach Bedarf
  • Sicherheit: Baustelleninspektion, inkl. Arbeitsbedingungen
  • örtliche Bauleitung vor Ort (Präsenz)
  • sep. Controlling für Kosten, Termine, Qualität mit Audits
  • Projekthandbuch mit «Spielregeln»
  • Quartalsreporting mit SOLL-IST-Abgleich (Stand, Kosten, Termine, Qualität)

Organigramm während der Planungs- und Ausführungsphase

60 % des Investitions- volumens können im Engadin vergeben werden.